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Waldbrände: Zwei Tote bei Zusammenstoß zweier Löschhubschrauber in Griechenland
Waldbrände: Zwei Tote bei Zusammenstoß zweier Löschhubschrauber in Griechenland / Foto: © AFP

Waldbrände: Zwei Tote bei Zusammenstoß zweier Löschhubschrauber in Griechenland

Bei der Bekämpfung der Waldbrände in mehreren Teilen Griechenlands unter schwierigen Wetterbedingungen ist es nahe Athen zu einem tödlichen Unfall gekommen: Zwei Löschhubschrauber stießen am Sonntag in der Luft zusammen, wobei zwei Einsatzkräfte um Leben kamen. Die seit Tagen in Griechenland wütenden Brände zerstörten nach Angaben der Behörden bisher mehr als 12.000 Hektar Land. Hunderte Feuerwehrleute waren am Wochenende an verschiedenen Fronten gegen die Flammen im Einsatz. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis warnte vor "äußerst schwierigen" Tagen.

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Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie einer der Hubschrauber nach dem Zusammenstoß in Flammen aufgeht und zu Boden stürzt. "Die Piloten wurden bewusstlos ins Krankenhaus gebracht, wo nur noch ihr Tod festgestellt werden konnte", sagte Feuerwehrsprecher Vassilis Vathrakogiannis im Fernsehen. Der Unfall ereignete sich im Gebiet von Psatha westlich der Hauptstadt Athen. Dem staatlichen Sender ERT zufolge überstanden die beiden Besatzungsmitglieder aus dem anderen Hubschrauber den Unfall unversehrt.

Mitsotakis erklärte, bei den Todesopfern handele es sich um einen Griechen und einen Dänen. Damit stieg die Zahl der verunglückten Einsatzkräfte bei den Waldbränden auf fünf: Zwei Feuerwehrleute waren zuvor auf Kreta ums Leben gekommen, ein weiterer auf der Halbinsel Peloponnes.

Die beiden in den Unfall verwickelten Fluggeräte sind Hubschrauber vom Typ Bell. Alle Bell-Hubschrauber in der Region wurden daraufhin bis zum Abschluss einer Untersuchung aus dem Verkehr gezogen, wie ERT berichtete. Die Hubschrauber waren von der australischen Firma McDermott Aviation gemietet worden und gehörten zu einer Flotte von 15 Maschinen. Das Unternehmen unterstützt seit sieben Jahren Einsätze in Griechenland.

Die Behörden hatten zuvor mehrfach gewarnt, dass heftige Winde die Löscharbeiten aus der Luft gefährlich machten. Die meisten Löschflugzeuge blieben danach am Boden. "Wenn der Wind mit solcher Wucht weht, können selbst die Dutzenden von Flugzeugen, die uns zur Verfügung stehen, nicht sicher eingesetzt werden", schrieb Regierungschef Mitsotakis auf Facebook.

Allein bei mehreren Bränden im Golf von Korinth, die besonders in der Region von Porto Germeno in der Nähe von Athen wüteten, verbrannten den Angaben zufolge bereits mehr als 6500 Hektar Land. Auf den Inseln Kreta und Paros zerstörten die Brände demnach weitere 6000 Hektar.

In der Region von Porto Germeno, das rund 70 Kilometer nordwestlich von Athen liegt, waren fast 500 Feuerwehrleute im Einsatz, weitere rund hundert im Norden des Peloponnes. Ein neuer Brandherd wurde am Samstagabend auf der ionischen Insel Kefalonia registriert. Mitsotakis sprach von einer "äußerst schwierigen" Lage mit "extremen" Wetterbedingungen.

Ein 44-jähriger Mann wurde am Sonntag wegen des Verdachts festgenommen, auf Kefalonia vorsätzlich ein Feuer gelegt zu haben, wie die griechische Nachrichtenagentur Ana berichtete. Zwei weitere Männer, die für ein Stromunternehmen tätig waren, wurden im Zusammenhang mit dem Großbrand in der Nähe von Porto Germeno festgenommen, der offenbar am Freitag durch einen Funken aus einem Stromkabel ausgelöst worden war.

Der Wetterdienst erklärte, die Wetterbedingungen blieben weiterhin ungünstig, insbesondere "aufgrund starker Nordwinde, die sich jedoch im Vergleich zu den vergangenen Tagen teilweise abgeschwächt haben". Auch wenn die Winde etwas nachließen, galt für den Großraum Athen, die Region Böotien und die Insel Euböa am Sonntag weiterhin die höchste Risikostufe. Die Feuerwehr versuchte zu verhindern, dass sich der Brand den westlichen Vororten Athens näherte, nachdem er in der Nacht zum Sonntag ein Gebirge überquert hatte.

In Frankreich beruhigte sich die Lage derweil. Der massive Waldbrand nahe Bordeaux im Südwesten des Landes sei "stabil" und "eingedämmt", teilte die Präfektur der Gironde am Sonntag mit. Das Feuer sei aber noch nicht gelöscht. Es gebe noch aktive Brandherde in den Gemeinden Lège und Le Porge, wo die Einwohner noch nicht in ihre Häuser zurückkehren dürften.

Von den 224.000 Menschen, die auf dem Höhepunkt des Rekord-Waldbrandes in der Gironde evakuiert wurden, durften bis zum Wochenende 208.000 in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. 42.000 Hektar Fläche wurden durch die Flammen zerstört. Es handelte sich nach Angaben der Behörden um den größten Waldbrand in Frankreich seit 1949.

Auch an der Côte d’Azur im Département Var stabilisierte sich ein am Freitag ausgebrochener Waldbrand. "Der Umfang des Feuers hat sich nicht verändert", teilte der Präfekt des Var, Simon Babre, AFP mit. Demnach erfassten die Flammen 1800 Hektar Land. Rund 2500 Menschen in der Gegend im Südosten Frankreichs wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Auch andere Länder in der Mittelmeerregion waren zuletzt von Waldbränden betroffen. Wissenschaftlern zufolge erhöhen die durch den menschengemachten Klimawandel häufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von Waldbränden.

R.al-Ghanim--BT