Leichte Entspannung in Brandgebiet Hohes Venn - Dienstag droht aber starker Wind
Regen und eine günstige Windsituation haben die Situation im Brandgebiet im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn am Montag etwas beruhigt. Entwarnung für den teilweise evakuierten deutschen Eifelort Monschau gab es aber noch nicht, wie Bürgermeisterin Carmen Krämer (parteilos) sagte. "Der Regen hat zwar ein bisschen gut getan, aber der hat natürlich nicht das Feuer gelöscht."
In dem von Hochmooren geprägten Naturschutzgebiet nahe der deutschen Grenze wütet der größte Waldbrand in Belgien seit dem Jahr 1911. Seit Freitag wurden mehr als 3000 Hektar Fläche vernichtet. In Monschau, von wo aus sich das Hohe Venn von Osten hin öffnet, mussten zwei Straßenzüge mit etwa 30 Bewohnern evakuiert werden.
Bürgermeisterin Krämer wollte sich trotz der leichten Entspannung nicht dazu äußern, ab wann die Menschen dort in ihre Häuser zurück können. "Wir werden alle auf dem Laufenden halten." Sobald sich etwas ändere, werde dies bekannt gemacht.
Der Leiter der örtlichen Feuerwehr, Philipp Krüger, sagte, die Feuerwehr betreibe ein enges Monitoring der Situation. Dazu zählten auch Überflüge der betroffenen Region, um mit einer Spezialkamera Brandherde genau zu lokalisieren. Der Regen sei zwar gut zur Brandbekämpfung gewesen, er habe aber zu einer sehr hohen Rauchbelastung geführt.
Für Dienstag wurden laut Krüger von den Meteorologen starke Winde mit einzelnen starken Böen aus Südwest vorhergesagt. "Das ist eine ganz neue Lage, die hatten wir aktuell noch nicht." Darauf bereite sich die Feuerwehr nun vor. Dem Feuerwehrverantwortlichen zufolge kam es auf belgischer Seite zu einem Unfall. Ein Feuerwehrmann sei mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht worden.
Nach offiziellen Angaben aus Belgien breitete sich der Wind nicht mehr in Richtung deutscher Grenze aus. "Der Wind weht günstig, und die derzeitigen Regenfälle tragen dazu bei, die Ausbreitung einzudämmen", teilte der Leiter der Krisenkommunikation des Gouverneurs der Provinz Lüttich, Tony Hosmans, mit. Das Feuer sei allerdings noch nicht unter Kontrolle.
Aufklärung aus der Luft sollte ein umfassendes Bild der Lage bringen, erklärte der Sprecher. Die Einsätze zur Eindämmung des Brands seien die gesamte Nacht fortgesetzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Dabei seien die Einsatzkräfte von Landwirten unterstützt worden, insbesondere bei der Wasserversorgung für die Löscharbeiten.
Das Feuer im auch bei Wanderern und Fahrradfahrern beliebten Hohen Venn vernichtete seit Freitag rund 3000 Hektar Vegetation. Das entspricht in etwa der Fläche der Nordseeinsel Borkum. Das grenzüberschreitende Gebiet besteht aus sumpfigen Torfmooren und Kiefernwäldern. Der belgische König Philippe machte sich am Montag vor Ort persönlich ein Bild.
Zudem sollte weitere Hilfe aus der Luft die Krisenregion erreichen. Vorgesehen waren zwei belgische Polizeihubschrauber, ein niederländischer, zwei deutsche und zwei norwegische Hubschrauber sowie zwei schwedische Flugzeuge, wie die örtlichen Behörden erklärten. Die Hubschrauber und Flugzeuge seien insbesondere im Osten des Brandgebiets von Bedeutung, wo das Gelände keinen Einsatz am Boden zulässt.
Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums sind seit Montagvormittag zwei M91-Hubschrauber im Einsatz, die mit Löschbehältern helfen sollen. Das Technische Hilfswerk ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit 350 Einsatzkräften aus vier Landesverbänden vor Ort.
Die Rauchwolke durch die Brände in Nordrhein-Westfalen und Belgien erreichte auch das Mainzer Stadtgebiet. Laut Feuerwehr kam es zu deutlich mehr Notrufen. Im nahen Rheingau-Taunus-Kreis bei Wiesbaden meldete die Feuerwehr mehr als 50 Notrufe in weniger als einer Stunde wegen des Brandgeruchs.
Derweil konnten die Behörden im Kreis Düren Entwarnung zum Waldbrand im Hürtgenwald geben. Auch die Sperrung der Bundesstraße 399 zwischen den Orten Gey und Kleinhau wurde wieder aufgehoben. In Gey hatten zwischenzeitlich fast 2000 Menschen ihre Häuser wegen der Brandgefahr verlassen müssen.
Z.al-Dosari--BT