Sechs Monate nach tödlicher Amokfahrt: Prozess gegen Mann in Leipzig begonnen
Sechs Monate nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Leipzig hat vor dem Landgericht der sächsischen Stadt der Prozess gegen einen 34-jährigen Beschuldigten begonnen. Zum Auftakt wurde am Montag mit der Verlesung der Anklage begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem zweifachen Mord und versuchten Mord in 85 Fällen vor.
Er soll am 4. Mai mit einem Auto durch eine belebte Fußgängerzone in der Leipziger Innenstadt gerast sein und bei einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometer zahlreiche Menschen erfasst haben.
Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben während der weniger als eine Minute dauernden Amokfahrt. Weitere Menschen wurden verletzt. Zahlreiche Zeugen leiden zudem noch immer unter den psychischen Folgen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte die Tat geplant. Sein Ziel sei es gewesen, Menschen mit seinem Auto zu erfassen und zu töten.
Er soll sich bereits im Monat vor der Attacke freiwillig in psychiatrischer Behandlung befunden haben und die Klinik wenige Tage vor der Tat auf eigenen Wunsch verlassen haben. Laut einem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen gibt es aber keine Hinweise auf eine Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit des bislang nicht vorbestraften Mannes. Für den Prozess sind vorerst Termine bis Juli nächsten Jahres angesetzt.
Die Tat sorgte in Sachsen und darüber hinaus für Entsetzen. Die betroffene Einkaufsmeile führt vom bei Touristen beliebten Augustusplatz mit dem Gewandhaus zum Markt mit dem alten Leipziger Rathaus und wird täglich von vielen Menschen besucht. Die Fußgängerzone ist an vielen Stellen durch absenkbare Poller gesichert, nicht aber an der Stelle, wo der mutmaßliche Täter einbog.
L.al-Samahiji--BT