Amnesty International wirft Sicherheitskräften in Nigeria exzessive Gewalt vor
Amnesty International hat den Sicherheitskräften in Nigeria die exzessive Anwendung von Gewalt und die Tötung von mindestens 115 Menschen im Südosten des Landes vorgeworfen. Die Gewalttaten seien zwischen März und Juni beim Einsatz gegen separatistische Gruppierungen verübt worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag.
Nach Angaben der Polizei wurden bei den gewaltsamen Zusammenstößen im Südosten Nigerias mindestens 127 Polizisten oder Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet. Laut lokalen Medien wurden rund 20 Polizeiwachen und Wahllokale angegriffen. Die Attacken werden der separatistischen Bewegung Indigenes Volk von Biafra (Ipob) und ihrem militärischen Arm Östliches Sicherheitsnetzwerk (ESN) zugeschrieben.
Nach Angaben von Amnesty reagierten die Polizei, das Militär sowie Sicherheitskräfte mit überzogener Gewalt und töteten sowohl dutzende Bewaffnete als auch Zivilisten. Angehörige der Opfer berichteten demnach, diese hätten keinerlei Verbindung zu militanten Gruppen gehabt. Amnesty verwies zudem auf Berichte über Folter und willkürliche Verhaftungen in der Region.
(U.Beriyev--DTZ)