Drei Tote bei Protesten gegen Machtübernahme des Militärs im Sudan
Bei Protesten gegen die Machtübernahme durch das Militär im Sudan sind am Montag drei Menschen getötet worden. Wie ein der Opposition nahestehendes Ärzte-Komitee am Montag mitteilte, wurden die Demonstranten durch scharfe Munition der Sicherheitskräfte tödlich verletzt. In der Hauptstadt Khartum hatten sich tausende Menschen versammelt, um für eine zivile Regierung zu demonstrieren. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration zu beenden.
Eines der Todesopfer sei in Khartum "von einer scharfen Kugel in die Brust getroffen" worden, erklärten die Mediziner. Den anderen Demonstranten habe ein Kopfschuss getötet. Ein dritter starb demnach in der Stadt Wad Madani südlich von Khartum durch Schüsse in den Kopf und die Schulter.
In Wad Madani riefen die Demonstranten laut einem Zeugen: "Nein zur Militärherrschaft" und "die Zivilregierung ist die Wahl des Volkes". Auch in der Stadt Bur Sudan und im östlichen Bundesstaat al-Kadarif kam es laut Augenzeugen zu Protesten.
Mehrere Demonstranten in Khartum rangen aufgrund des Tränengases nach Luft, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Andere bluteten, weil sie von Tränengasgranaten getroffen wurden. Das Ärzte-Komitee sprach von einer "exzessiven Gewaltausübung" gegen die Demonstranten.
Nach Angaben der Ärzte wurden seit Beginn der Proteste insgesamt 76 Demonstranten getötet. Hunderte weitere wurden demnach verletzt. Die sudanesischen Behörden haben wiederholt bestritten, dass gegen die Protestteilnehmer scharfe Munition eingesetzt wird.
Sudans oberster General Abdel Fattah al-Burhan hatte im Oktober den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir im April 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen hatte leiten sollen. Seitdem kommt es regelmäßig zu Massenprotesten, gegen die das Militär oft gewaltsam vorgeht.
General al-Burhan hatte erklärt, die Machtübernahme durch das Militär sei kein "Putsch", sondern ziele darauf ab, die Ausrichtung der Übergangsherrschaft zu "korrigieren".
(M.Dylatov--DTZ)