Bahrain Telegraph - Westjordanland: Fotografin der "Washington Post" von Siedlern überfallen und verletzt

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Westjordanland: Fotografin der "Washington Post" von Siedlern überfallen und verletzt
Westjordanland: Fotografin der "Washington Post" von Siedlern überfallen und verletzt / Foto: © AFP

Westjordanland: Fotografin der "Washington Post" von Siedlern überfallen und verletzt

Radikale israelische Siedler haben im Westjordanland eine US-Fotografin überfallen, als sie für die Zeitung "Washington Post" Aufnahmen von Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern machen wollte. "Mehr als 50" mit Stöcken bewaffnete maskierte Siedler hätten sie plötzlich angegriffen, sagte Heidi Levine vor Journalisten am Freitag im Krankenhaus in Ramallah, wohin sie nach dem Überfall zur Behandlung gebracht worden war.

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"Plötzlich sprangen sie auf mich zu, ich trug glücklicherweise meinen Helm und meine Schutzweste", berichtete Levine, die Verletzungen an ihrer Hand und einem Bein erlitten hatte. Sie habe versucht, ihr Gesicht zu schützen, sagte die Reporterin, die seit Jahrzehnten im Nahen Osten arbeitet. Die Angreifer hätten mit Füßen auf sie eingetreten. Laut der "Washington Post" wies die Schutzweste Levine mit dem Aufdruck "Press" auf Brust und Rücken eindeutig als Journalistin aus.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Jerusalem sagte, die Berichte über den Angriff seien der Botschaft bekannt, er wollte sich aber unter Verweis auf Gesetze zur Privatsphäre nicht weiter äußern. "Wir haben keine höhere Verantwortung als die, amerikanische Bürger zu schützen", sagte er lediglich.

Im August hatte der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, Siedlergewalt in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. Er bezeichnete die anhaltende Belagerung mehrerer palästinensischer Häuser als "schreckliche Terrortat" und nannte die Vorkommnisse "widerlich". Huckabee ist als Unterstützer israelischer Siedlungen im Westjordanland bekannt.

Die israelische Armee teilte mit, Soldaten und Grenzpolizisten seien nach "einem Bericht über eine gewalttätige Auseinandersetzung" in die Dörfer Turmus Ajja und Abu Falah im zentralen Westjordanland entsandt worden, wo sich der Vorfall ereignet hatte. "Ausländische Medien waren am Ort des Geschehens anwesend und eine Journalistin wurde bei der Auseinandersetzung verletzt." Die Umstände würden untersucht, hieß es weiter.

Die Nachrichtenagentur AFP war nicht Zeuge des Überfalls selbst, aber einer ihrer Reporter konnte beobachten, dass palästinensische Sanitäter einen am Boden liegenden Menschen versorgten. Seinen Angaben zufolge drängten Soldaten Journalisten zurück, die versuchten, sich zu nähern.

Laut der "Foreign Press Association", die internationale Medien in Israel vertritt, stahlen die Siedler Levines Pass, ihr Telefon, ihre Geldbörse und ihre Ausrüstung. Der Vorfall reihe sich ein in viele andere gewalttätige Übergriffe auf Journalisten und andere Zivilisten im Westjordanland. "Aber unsere wiederholten Aufforderungen an die israelischen Behörden, diese Gesetzlosigkeit zu unterbinden, sind ignoriert worden."

Erst vor zehn Tagen war der AFP-Fotograf Jaafar Ashtiyeh von Siedlern im Westjordanland verletzt worden, als er über die Olivenernte berichten wollte.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben.

Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich auch die Lage im Westjordanland deutlich verschärft.

Z.al-Wasmi--BT