Italien sucht den Neuanfang - Mancini vor Rückkehr
Der chaotische Umbruch beim viermaligen Fußball-Weltmeister Italien geht in die nächste Runde. Der frühere Nationalspieler Giorgio Chiellini wurde zunächst als neuer Sportdirektor gehandelt, doch der ehemalige Europameister zeigt kein Interesse. "Ich möchte klarstellen, dass ich mit meiner Rolle bei Juventus glücklich bin und Giovanni Carnevali in seiner Funktion unterstützen möchte", sagte der frühere Nationalspieler.
Der langjährige Innenverteidiger absolvierte 117 Länderspiele und führte die Squadra Azzurra 2021 als Kapitän unter Roberto Mancini zum EM-Titel. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler arbeitet als Manager bei seinem früheren Verein Juventus Turin. Mancini gilt nach einigen Absagen als heißer Kandidat auf den Posten des Nationaltrainers. Ein Sprecher des italienischen Fußballverbandes FIGC bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass "Gespräche mit Roberto Mancini" geführt werden.
Der Verbandsvorstand will sich auf seiner Sitzung am Dienstag intensiv mit der Personalie befassen. Das Bemühen um Starcoach Pep Guardiola war ebenso ins Leere gelaufen wie jenes um Carlo Ancelotti (Brasilien). Die Alternative Andrea Pirlo war wegen der Zusammenarbeit des einstigen Mittelfeld-Genies mit einem russischen Wettanbieter keine.
In Folge des Scheiterns ihres Bemühens um Pirlo traten die erst vor gut zwei Wochen verpflichteten Sportdirektoren Paolo Maldini und Leonardo zurück. Der ebenfalls erst seit gut einem Monat amtierende Verbandspräsident Giovanni Malago steht vor einem Scherbenhaufen. "Italien muss neu gegründet werden", kommentierte die Gazzetta.
Begleitet wird die Trainersuche von einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sportminister Andrea Abodi und Malago. Abodi bescheinigte dem Verbandschef, dieser gebe eine "unschöne Figur" ab. Malago konterte, nicht jeder könne über Fehler anderer urteilen.
C.al-Farsi--BT