Europas Top-Ligen greifen in FIFA-Machtkampf ein
Die Bundesliga hat mit drei anderen europäischen Top-Ligen in den Machtkampf beim Fußball-Weltverband eingegriffen, FIFA-Präsident Gianni Infantino aber trotz heftiger Kritik an seiner Amtsführung nicht zum Rücktritt aufgefordert. Zwar werfen die Bundesliga, die englische Premier League, die italienische Serie A und die spanische La Liga dem Schweizer unter anderem das Vorantreiben "ausbeuterischer Konzepte" vor und sprechen von einem "der größten Machtmissbräuche in der Geschichte der FIFA", eine Aufforderung zur Demission kommt in der gemeinsamen Erklärung aber nicht vor.
Die vier Ligen verlangen umfassende Erneuerungen beim Weltverband in diversen Bereichen und fordern jeden Präsidentschafts-Anwärter dazu auf, ein Reformpaket vorzulegen. Als Reaktion auf Infantinos jüngsten Brief an die 211 FIFA-Mitgliedsverbände, in dem er sich als versöhnender Erneuerer präsentierte und Reformen anregte, gestehen die Ligen dem 56-Jährigen sogar zu, dass er "inzwischen die Notwendigkeit von Reformen anerkannt" habe - auch wenn Infantinos Vorschläge nicht ausreichend seien.
Seit Wochen laufen teils hitzige Diskussionen über die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld des US-Präsidenten Donald Trump zu verkaufen. Neben anderen fordert die Europäischen Fußball-Union (UEFA) Infantinos Rückzug und bereitet eine Strafanzeige gegen ihn vor.
Der FIFA-Chef steht hinsichtlich seiner angestrebten Wiederwahl beim Kongress am 18. März des kommenden Jahres in Rabat/Marokko vor entscheidenden Wochen. Mögliche Gegenkandidaten können bis zum 18. November nominiert werden.
B.al-Saffar--BT