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Radikalislamische Taliban stehen vor Machtübernahme in Afghanistan
Zwei Jahrzehnte nach der US-geführten Militärinvasion in Afghanistan stehen die Taliban kurz davor, die Macht am Hindukusch wieder an sich zu reißen. Nach dem blitzartigen Vormarsch der Islamisten, die bis auf Kabul inzwischen das gesamte Land erobert haben, spitzte sich die Lage am Sonntag dramatisch zu: Die afghanische Regierung erklärte sich zur "friedlichen Machtübergabe" bereit, Präsident Aschraf Ghani setzte sich nach Angaben seines früheren Stellvertreters ins Ausland ab. Deutschland und weitere westliche Staaten räumten ihre Botschaften in Kabul und brachten ihre Mitarbeiter an den Flughafen, um sie auszufliegen.
Radikalislamische Taliban stehen vor Machtübernahme in Kabul
Die radikalislamischen Taliban stehen vor der vollständigen Machtübernahme in Afghanistan. Innerhalb der "kommenden Tage" wolle die Miliz einen "friedlichen Machttransfer", sagte Taliban-Sprecher Suhail Schaheen am Sonntag der BBC. Zuvor hatte Afghanistans Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal eine "friedliche Machtübergabe" an eine "Übergangsregierung" zugesagt. In der Hauptstadt Kabul herrschte Panik. Westliche Staaten arbeiten unter Hochdruck an der Rückführung ihres zivilen Personals aus Afghanistan.
Seehofer erklärt Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr rückblickend für gescheitert
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Einsatz der Bundeswehr im Rückblick für gescheitert erklärt. Der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe) sagte Seehofer: "Das große Ziel war es, die Lebensbedingungen für die Menschen zu verbessern und Stabilität ins Land zu bringen. Heute muss man leider festhalten: Das ist gescheitert." Der Minister fügte hinzu: "Das trifft mich auch menschlich sehr."
Bedeutende Hongkonger Protestgruppe kündigt ihre Auflösung an
Die an den massiven Protesten von 2019 in Hongkong beteiligte Organisation Civil Human Rights Front (Front für Menschenrechte, CHRF) hat ihre Auflösung angekündigt. Das harte Vorgehen der chinesischen Regierung gegen die Demokratiebewegung in der Sonderverwaltungszone lasse ihr keine andere Wahl, teilte die CHRF am Sonntag mit.
Corona-Impfpflicht für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Fidschi in Kraft
"Keine Impfung, keine Arbeit" - nach diesem Motto ist am Sonntag im südpazifischen Inselstaat Fidschi eine Corona-Impfpflicht für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Kraft getreten. Nachdem die Inselgruppe ein Jahr lang ohne Corona-Infektionen überstanden hatte, hatte sich im April die hochansteckende Delta-Variante in Fidschi ausgebreitet. Die mehr als 40.000 Ansteckungsfälle führten zur Überlastung des Gesundheitssystems.
Taliban nehmen mit Dschalalabad vorletzte große Stadt Afghanistans ein
Asadabad, Masar-i-Scharif und nun auch noch Dschalalabad: Die radikalislamischen Taliban haben in Afghanistan mittlerweile alle großen Städte außer der Hauptstadt Kabul eingenommen. Während die Taliban-Kämpfer am Wochenende nur noch rund 50 Kilometer von Kabul entfernt waren, arbeiteten die USA, Deutschland und andere westliche Staaten unter Hochdruck daran, ihre Bürger und Ortskräfte auszufliegen. Am Montag sollen laut einem Zeitungsbericht deutsche Militärtransporter in Kabul eintreffen.
Land Berlin zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan bereit
Das Land Berlin hat sich zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan bereit erklärt. Gemeinsam mit anderen Bundesländern würde Berlin ein Kontingent von Flüchtlingen aufnehmen, "die sich in Afghanistan für den Aufbau der Demokratie eingesetzt haben", sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) dem "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe). Dafür seien allerdings "dringend Entscheidungen auf Bundesebene" nötig.
Durch Corona Versechsfachung von Selbstständigen in staatlicher Grundsicherung
Die Zahl der Selbstständigen, die für ihren Lebensunterhalt finanzielle Unterstützung aus der staatlichen Grundsicherung beziehen, hat sich in der Pandemie versechsfacht. "Wir sehen einen deutlichen Corona-Effekt zwischen April 2020 und Juli 2021", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Demnach meldeten rund 134.000 Selbstständige in dieser Zeit Bedarf auf Grundsicherung an.
Bundeswehr bereitet sich auf Evakuierungen aus Kabul vor
Die Bundeswehr will am Montag deutsche Staatsbürger und einheimische Ortskräfte aus der belagerten afghanischen Hauptstadt Kabul ausfliegen. Dafür will die Luftwaffe mehrere Transportmaschinen entsenden, Fallschirmjäger sollen die Rettungsaktion absichern, hieß es am Sonntag aus Verteidigungskreisen in Berlin. Das Personal der deutschen Botschaft verließ am Sonntag auf Anweisung von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) das Botschaftsgelände im Stadtzentrum und begab sich an den Flughafen.
Bundeswehr beginnt am Montag mit Evakuierungen aus Kabul
Die Bundeswehr will am Montag deutsche Staatsbürger und einheimische Ortskräfte aus der belagerten afghanischen Hauptstadt Kabul ausfliegen. Dafür will die Luftwaffe mehrere Transportmaschinen entsenden, Fallschirmjäger sollen die Rettungsaktion absichern, hieß es am Sonntag aus Verteidigungskreisen in Berlin. Die radikalislamische Taliban-Miliz stand am Sonntag bereits Stadtrand von Kabul. "Wir werden nicht riskieren, dass unsere Leute den Taliban in die Hände fallen", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) der "Bild am Sonntag".
"BamS": Luftwaffenmaschinen fliegen am Montag für Evakuierung nach Kabul
Zur Evakuierung des deutschen Botschaftspersonals in Kabul werden laut einem Zeitungsbericht am Montag Militärtransporter der deutschen Luftwaffe vom Typ A400M in die afghanische Hauptstadt fliegen. Diese Maschinen, die höchsten Schutz böten, sollten die Deutschen sicher außer Landes bringen, berichtet die "Bild am Sonntag". Voraussichtlich werde in der usbekischen Hauptstadt Taschkent eine Drehscheibe für Zwischenlandungen der A400M-Maschinen eingerichtet. Von dort sollten die Passagiere mit Chartermaschinen nach Deutschland gebracht werden.
Taliban nehmen nordafghanische Stadt Masar-i-Scharif ein
Die Taliban haben auf ihrem Eroberungszug durch Afghanistan den ehemaligen Bundeswehr-Standort Masar-i-Scharif eingenommen. Dies berichteten Einwohner der nordafghanischen Stadt am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. "Sie paradieren mit ihren Fahrzeugen und Motorrädern und schießen in die Luft, um zu feiern", berichtete Atiqullah Ghajor, der in der Nähe der berühmten blauen Moschee der Stadt wohnt. Die afghanische Armee habe sich aus der Stadt zurückgezogen.
Katar fordert Taliban zu Waffenstillstand auf
Die Regierung von Katar hat die radikalislamischen Taliban zur Deeskalation im Afghanistan-Konflikt aufgefordert. Die Taliban müssten einen Waffenstillstand annehmen und damit zu einer "umfassenden politischen Lösung" für Afghanistan beitragen, erklärte das katarische Außenministerium am Samstag. Zuvor hatte sich der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani mit dem Chef des politischen Büros der Taliban in Doha, Mullah Abdul Ghani Baradar, getroffen.
Erneut Demonstrationen in ganz Frankreich gegen verschärfte Corona-Regeln
In Frankreich sind den fünften Samstag in Folge zehntausende Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln auf die Straße gegangen. Im ganzen Land waren mehr als 200 Kundgebungen vorgesehen. Die Behörden rechneten mit insgesamt rund 250.000 Teilnehmern, wie ein Vertreter der Polizei der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Polens Präsident unterzeichnet umstrittenes Gesetz gegen Rückgabe von Eigentum
Polens Beziehungen zu Israel werden durch das Inkraftsetzen eines umstrittenen Gesetzes gegen die Rückgabe von nach dem Zweiten Weltkrieg konfisziertem Eigentum belastet. Präsident Andrzej Duda unterzeichnete das Gesetz am Samstag und bezeichnete die neue Verjährungsfrist von 30 Jahren für Entschädigungsklagen als Weg, eine "Ära des rechtlichen Chaos" zu beenden. Israel beorderte aus Protest seine Geschäftsträgerin in seiner Warschauer Botschaft zu Kosultationen in die Heimat zurück.
Libanesische Armee bezieht Stellung an Tankstellen
Inmitten der verheerenden Wirtschaftskrise im Libanon hat die Armee des Landes Stellung an Tankstellen bezogen. Auf von der Armee veröffentlichten Fotos in den Online-Netzwerken war zu sehen, wie Soldaten am Samstag Fahrzeuge betankten. AFP-Korrespondenten berichteten vor langen Schlangen an den Tankstellen im Norden von Beirut. Mit ihrem Einsatz an den Tankstellen will die Armee dem Horten von Treibstoff entgegenwirken.
Kramp-Karrenbauer kündigt "schnellstmögliche" Rückführungen aus Afghanistan an
Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat angekündigt, Botschaftspersonal und Ortskräfte "schnellstmöglich" aus Afghanistan zu holen. Die Sicherheitslage in Afghanistan spitze sich weiter zu, erklärte die Ministerin am Samstag. "Es hat jetzt absolute Priorität, dass wir die zu Schützenden sicher nach Deutschland bringen."
Britische Labour-Partei schließt Filmemacher Ken Loach aus
Der linke britische Filmemacher Ken Loach ist nach eigenen Angaben im Zuge einer "Säuberungsaktion" unter Parteichef Keir Starmer aus der Labour-Partei ausgeschlossen worden. Er sei aus der Partei geworfen worden, weil er sich nicht von anderen bereits ausgeschlossenen Mitgliedern des linken Flügels lossagen wollte, schrieb der 85-Jährige am Samstag im Internet-Dienst Twitter.
"Spiegel": Auch neue Umfrage zu Corona-Impfungen zeigt andere Werte als RKI-Quote
Auch eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland zeigt nach Informationen des "Spiegel" deutliche Differenzen zu den offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). In einer repräsentativen Befragung von Infratest dimap in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagten bis 13. Juli demnach 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, sie hätten ihre erste Spritze erhalten. Dieser Wert lag 16 Prozentpunkte höher als in der offiziellen RKI-Statistik.
Forderung nach rascher Rettung afghanischer Ortskräfte mehren sich
Angesichts des raschen Taliban-Vormarschs in Afghanistan mehren sich in Deutschland die Forderungen nach einer schnellen Rettung afghanischer Ortskräfte. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sprach am Samstag von einer "moralischen Verpflichtung" und regte "rasch ein neues Mandat des Bundestages" für die Bundeswehr an: Die Armee werde "noch einmal tätig werden müssen". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte eine erleichterte Einreise von Ortskräften zu.
Laschet: Bundeswehr muss Ortskräfte aus Afghanistan "rausholen"
CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, dass die Bundeswehr afghanische Ortskräfte schnell aus dem Land holt. "Diesen Leuten muss geholfen werden, sie müssen jetzt rausgeholt werden", sagte Laschet am Samstag beim Landestag der Jungen Union Hessen in Gießen. "Das ist unsere moralische Verpflichtung."
BBC-Korrespondentin "schockiert" über Ausweisung aus Russland
Die BBC-Korrespondentin Sarah Rainsford hat ihre Ausweisung aus Russland als "niederschmetternd" bezeichnet. Die russischen Behörden hätten ihr mitgeteilt, dass sie nach Ablauf ihres Visums Ende August "nie mehr nach Russland zurückkehren" dürfe, sagte Rainsford am Samstag im Radiosender BBC 4. Dies komme einer Vertreibung gleich. Sie habe fast ein Drittel ihres Lebens in Russland verbracht, betonte die Journalistin.
Taliban stehen vor afghanischer Hauptstadt Kabul
Nach ihrem zehntägigen Eroberungsfeldzug durch Afghanistan stehen die radikalislamischen Taliban inzwischen vor den Toren Kabuls. Angesichts des raschen Vorrückens der radikalislamischen Miliz sprach Präsident Aschraf Ghani am Samstag im Fernsehen seinen Landsleuten Mut zu. Ein weiteres Blutvergießen werde er nicht zulassen, sagte er. Die USA und andere westliche Staaten wie Deutschland und Großbritannien bereiten unterdessen unter Hochdruck die Ausreise ihres zivilen Personals sowie tausender Ortskräfte vor.
Afghanische Hauptstadt Kabul von Taliban umzingelt
Nach ihrem zehntägigen Eroberungsfeldzug durch Afghanistan stehen die radikalislamischen Taliban inzwischen vor den Toren Kabuls, international wird der baldiger Fall der Hauptstadt befürchtet. Angesichts des raschen Vorrückens der radikalislamischen Miliz sprach Präsident Aschraf Ghani am Samstag im Fernsehen seinen Landsleuten Mut zu. Ein weiteres Blutvergießen werde er nicht zulassen, sagte er. Die "Remobilisierung" der afghanischen Streitkräfte habe oberste Priorität.
Taliban umstellen afghanische Hauptstadt Kabul
Auf ihrem Eroberungsfeldzug durch Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban inzwischen auch Kabul weitgehend umstellt. Am Samstag lagerten Taliban-Kämpfer nur noch rund 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Trotz der Belagerung weiter Teile seines Landes durch die Islamisten zeigte sich Präsident Aschraf Ghani zuversichtlich, dass eine Friedenslösung noch möglich sei. "Oberste Priorität" habe nun die "Remobilisierung" der afghanischen Streitkräfte.
Taliban umzingeln Kabul - Hauptstadt ist letzte Bastion der Regierungstruppen
Die radikalislamischen Taliban haben die afghanische Hauptstadt Kabul weitgehend umstellt. Am Samstag lagerten Taliban-Kämpfer rund 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Nach dem Fall der zweit- und die drittgrößten Stadt des Landes ist Kabul de facto die letzte Bastion der Regierungstruppen, die anderswo kaum oder gar keinen Widerstand leisteten.
Laschet für verlängerte Aussetzung der Insolvenzpflicht in Hochwassergebieten
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Aussetzung der Insolvenzpflicht für die vom Hochwasser betroffenen Firmen zu verlängern. "An einer Stelle greift die Hilfe der Bundesregierung noch zu kurz: Die Unternehmen in den Hochwasser-Gebiete sollen bis Ende Oktober von der Pflicht befreit werden, Insolvenz zu beantragen. Einzelhändlerinnen, Mittelständler, Familienunternehmen. Das reicht mir nicht", sagte Laschet der "Rhein-Zeitung". "Wir müssen ihnen mehr Luft verschaffen."
US-Behörde warnt vor terroristischer Bedrohungslage
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat mit Blick auf den 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 und auf die Corona-Pandemie vor einer erhöhten Anschlagsgefahr gewarnt. Die USA seien einer "erhöhten Bedrohungslage" sowohl durch inländische als auch ausländische "Extremisten" ausgesetzt, erklärte die Behörde am Freitag in einer aktualisierten Bewertung. Demnach gibt es in Online-Foren zunehmend Aufrufe zur Gewalt. Das DHS hatte zuletzt infolge der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump eine aktualisierte Warnung herausgegeben. Damals erklärte die Behörde, das Land sei mit "zunehmend komplexen und unbeständigen" Bedrohungen durch regierungsfeindliche und rassistisch motivierte Extremisten konfrontiert. Im Mai ergänzten die Sicherheitsexperten, dass gewalttätige Extremisten die Lockerungen der Corona-Beschränkungen ausnutzen könnten, um Anschläge zu verüben. Mit Blick auf die Pandemie warnte das DHS nun, dass Extremisten "die potenzielle Wiedereinführung von Beschränkungen der öffentlichen Gesundheit in den USA zum Anlass für Anschläge nehmen könnten". Allgemein könnten "Pandemie-bedingte Stressfaktoren" zu mehr Gewalt führen. Die aktualisierte Bewertung der Bedrohungslage weist zudem darauf hin, dass der jemenitische Al-Kaida-Ableger AQAP mit Blick auf den Jahrestag der Anschläge vor 20 Jahren zum ersten Mal seit über vier Jahren eine englischsprachige Version seines Propagandamagazins "Inspire" veröffentlicht hat. Dies "zeigt, dass ausländische terroristische Organisationen weiterhin versuchen, in den USA lebende Menschen zu inspirieren, die für gewalttätige extremistische Einflüsse empfänglich sind." Das DHS war nach den Angriffen am 11. September 2001 gegründet worden, bei denen rund 3000 Menschen getötet wurden. (A.Nikiforov--DTZ)
Ausreise von Botschaftspersonal aus Afghanistan
Angesichts des raschen Taliban-Vormarschs in Afghanistan arbeiten Deutschland und andere westliche Staaten unter Hochdruck daran, Botschaftsmitarbeiter und Ortskräfte in Sicherheit zu bringen. Neben Deutschland kündigten am Freitag andere europäische Länder wie Großbritannien und Spanien die Ausreise von Botschaftspersonal an. Die USA sagten das Ausfliegen tausender Menschen täglich zu und veranlassten die Zerstörung sensiblen Materials in ihrer Botschaft in Kabul. Seit Beginn des vollständigen Abzugs der Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. In den vergangenen acht Tagen nahmen die Islamisten rund die Hälfte der 34 afghanischen Provinzhauptstädte ein, darunter zuletzt auch die zweitgrößte Stadt Kandahar. Am Freitag standen sie nach Eroberung der Provinzhauptstadt Pul-i-Alam nur noch 50 Kilometer vor Kabul, wie ein Regionalabgeordneter der Provinz Logar mitteilte. In einem Vermerk an die Mitarbeiter der US-Botschaft in Kabul verwies ein Gebäudetechniker auf die bestehenden Möglichkeiten zur Verbrennung oder Entsorgung von Dokumenten und Gerätschaften. Zerstört werden soll demnach alles, was von den Taliban für ihre Propaganda "missbraucht werden" könnte, wie etwa Gegenstände mit dem Botschaftslogo und US-Flaggen. Derweil trafen die ersten der 3000 US-Soldaten ein, die bei der Evakuierung helfen sollen. Staaten wie Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Spanien entschlossen sich zur Reduzierung ihres Botschaftspersonals in Kabul. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, die deutsche Botschaft solle "arbeitsfähig" bleiben, das Personal werde aber "auf das operativ notwendige absolute Minimum" reduziert. Dänemark und Norwegen kündigten die vorläufige Schließung ihrer diplomatischen Vertretungen in Kabul an. Die "ohnehin für diesen Monat vorgesehenen Charterflüge" für das diplomatische Personal werden laut Maas vorgezogen. Sie sollen auch afghanische Ortskräfte nach Deutschland bringen. Grünen-Co-Chef Robert Habeck forderte in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) "eine Luftbrücke, um diese Menschen aus Lebensgefahr zu bringen". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor eine erleichterte Einreise für die afghanischen Ortskräfte zugesagt. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte ein Einschreiten des Westens und der Bundeswehr gegen die in Afghanistan vorrückende Taliban. "Man darf nicht dabei zuschauen, wie Menschen, die uns lange verbunden waren, von den Taliban abgeschlachtet werden, wie Mädchen und Frauen alle hart erkämpften Rechte wieder verlieren", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), warnte vor einem starken Anstieg der Zahl afghanischer Flüchtlinge, mit dem auch Deutschland konfrontiert sein werde. Er sei "sicher, dass der Migrationsdruck auf die EU und Deutschland" zunehmen werde, sagte er der "Rheinischen Post". Die kanadische Regierung kündigte bereits an, bis zu 20.000 Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Frauen in Führungspositionen, Regierungsmitarbeiter, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Angehörige verfolgter Minderheiten. Laut UN-Generalsekretär António Guterres begehen die Taliban in den von ihnen kontrollierten Gebieten "entsetzliche" Menschenrechtsverbrechen. Es sei "herzzerreißend, Berichte zu sehen, wonach afghanischen Frauen und Mädchen ihre hart erkämpften Rechte entrissen werden", sagte Guterres vor Journalisten. In Kabul litten die Menschen derweil unter der Unsicherheit. "Wir wissen nicht, was passiert, sagte etwa der Hauptstadtbewohner Chairddin Logari der Nachrichtenagentur AFP. Westliche Staaten sorgen sich auch, dass Afghanistan nach dem 20-jährigen internationalen Militäreinsatz wieder zur Brutstätte von Terrorismus werden könnte. "Die einzige Bedingung, die die USA an ihren Abzug gestellt haben, war, dass die Taliban ihre Verbindungen mit dem Terror-Netzwerk Al-Kaida abbrechen", sagte der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). "Das ist aber nicht passiert." (A.Nikiforov--DTZ)
Nicaragua geht gegen letzte regierungskritische Zeitung vor
In Nicaragua sind die Behörden gegen die letzte verbliebene regierungskritische Zeitung vorgegangen. Die Polizei durchsuchte die Räumlichkeiten von "La Prensa", bevor dann am Samstag ein hochrangiger Journalist des Blattes festgenommen wurde. Staatschef Daniel Ortega begründete das harte Vorgehen gegen andere Oppositionelle mit dem Kampf gegen den "Terrorismus".
Nicaraguas Präsident begründet Vorgehen gegen Opposition mit Anti-Terror-Kampf
Der Präsident von Nicaragua, Daniel Ortega, hat sein hartes Vorgehen gegen Oppositionelle mit dem Kampf gegen den "Terrorismus" begründet. Die in den vergangenen Monaten festgenommenen Regierungskritiker hätten im Vorlauf der Wahl im November eine "Welle des Terrorismus" geplant, sagte Ortega am Freitag (Ortszeit). Die Polizei des Landes ging derweil gegen die letzte regierungskritische Zeitung vor.
Briefwahl-Rekord bei Bundestagswahl zu erwarten
Bei der Bundestagswahl im September zeichnet sich wegen der Corona-Pandemie ein Rekord der Briefwahlstimmen ab. "Während der Pandemie haben noch mehr Wählerinnen und Wähler die Vorteile der Briefwahl bei den Wahlen der vergangenen Monate schätzen gelernt", sagte der Konzernvorstand der Deutschen Post AG für den Bereich Post und Pakete Deutschland, Tobias Meyer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben).